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"Nicht ohne dich!"
Die 8b veranstaltete einen Themenabend zum Thema Mobbing

"Hinsehen und handeln" das war der Grundtenor des Themenabends, den die Klasse 8b am Mittwoch, den 23.11. um 19 Uhr
gemeinsam mit ihrer
Deutschlehrerin Frau Wengst in der Aula des Zepp zum Thema Mobbing gestaltete. Als Experte konnte Michael Kasterke
vom Jugendwerk des EGfD (Evangelische Gesellschaft für Deutschland) gewonnen werden, der in der Fortbildung für Lehrer
und Mitarbeiter im Jugendbereich arbeitet. Durch seine Arbeit ist er mit dem Phänomen des Mobbings vertraut und betreut
nicht nur einzelne Schülerinnen und Schüler sondern bietet auch Training für ganze Schulklassen an.
Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8b, hatten im Deutschunterricht im vergangenen Schuljahr nach der Lektüre des Buches
"Auf Wiedersehen im Himmel" von Michail Krausnick eine Fotostory entwickelt, die auf der Homepage des Zepp von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
des Lehrstuhls für Schulpädagogik und Schulentwicklung in Jena entdeckt wurde. Daraufhin wurde die Klasse 8b eingeladen, am Wettbewerb
"Demokratisch Handeln" teilzunehmen. Da Ausgrenzung und Mobbing leider an allen Schulen hoch aktuell ist, entschieden sich die
Schülerinnen und Schüler in Absprache mit ihrer Deutschlehrerin, das Projekt weiterzuführen und für den Wettbewerb auszubauen.
Einen ausführlichen Bericht über das Projekt der 8b gibt es hier.
Aufgrund ihrer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Mobbing konnten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8b mit ihrem
Sachverstand nicht nur den eingeladenen Experten sondern auch die zahlreich erschienenen Gäste beeindrucken.

Nach einer Begrüßung der Anwesenden durch Melissa Ender und Philipp Kallweit, die durch den Themenabend führten, wurde eine der
Fotostories- entwickelt von Nina Graffelder, Nele Nossol, Rebecca Schulzke; Marilyn Schröder und Franziska Nitze - exemplarisch
vorgestellt. Eine Powerpoint-Präsentation entwickelt von Buket Salim-Oglu, Felix Elter
und Melissa Ender informierte über verschiedene Formen von Mobbing. Diese allgemeine Einführung wurde durch eine weitere Präsentation -
vorgestellt von Henrik Galla - untermalt, in der die Ergebnisse einer Umfrage unter den Schülerinnen und Schülern des Zepp dargestellt
wurde. Die Umfrage belegte vor allem, dass Mobbing durch alle Jahrgangsstufen hindurch ein Thema ist, und selbst Schülerinnen und
Schüler der Jahrgangsstufe 5 dem Phänomen Mobbing bereits begegnet sind. Des Weiteren zeigte die Umfrage, dass Schülerinnen und Schüler
zwar zu einem hohen Anteil angeben, Mobbing bei anderen bereits mitbekommen zu haben, allerdings geben vergleichsweise wenig
Schülerinnen und Schüler an, selbst entweder schon gemobbt zu haben oder gemobbt worden zu sein.

Die von Henrik angesprochene Auffälligkeit konnte Herr Kasterke aus seiner Erfahrung bestätigen. Anhand eines einfachen Schaubildes
erläuterte er die Struktur, die dem Phänomen Mobbing zugrunde liegt: Als besonders wichtig hob er dabei nicht nur
die Rolle des Täters und des Opfers hervor, viel entscheidender für die Entstehung eines Mobbingprozesses sei die
"schweigende Mehrheit", die den Mobbingprozess beobachte und vom Täter entweder aus Sympathie unterstützt werde oder
dessen Handeln aus Angst hinnehme. Diese Angst, selbst zum "Gemobbten" zu werden, wenn man sich aktiv einbringt und
auf den Mobbingprozess aufmerksam macht, führe auch dazu, dass sich die einmal entstandenen Mobbingstrukturen verfestigten.
Dass diese Angst bei Schülerinnen und Schülern vorhanden sei, konnten auch die anwesenden Eltern in der abschließenden
Gesprächsrunde bestätigen. In diesem Gespräch stand die Frage im Vordergrund, wie man als Eltern die eigenen Kinder
dahingehend stärken könne, dass sie nicht wegsehen, wenn sie Mobbing bei Mitschülern bemerken, sondern sich ohne Angst
einschalten und auch Lehrer und andere Mitschüler heranziehen, um zunächst den "Raum", in dem der Mobbingprozess stattfindet,
öffentlich zu machen.

Dies zu erreichen sei nicht leicht, das gab auch Herr Kasterke zu und machte an Beispielen aus seiner
eigenen Arbeit und seiner persönlichen Erfahrung deutlich, wie viel Kraft und Mut das tatkräftige Einschreiten erfordert.
Um die Schülerinnen und Schüler auf diesem Weg zu stärken sei eine intensive Zusammenarbeit von Schule und Eltern nicht nur hilfreich sondern notwendig. Dass wir hier am Zepp Schritte in die Richtung gehen, zeigte der Abend mit der 8b, an dem Schüler/innen, Eltern und Lehrer/innen zusammen über das Thema Mobbing nachdachten und anschließend gemeinsam sagen konnten: "Wir wollen hinsehen und handeln!"
So stand der Abend, wie Franziska Nitze in ihrem Schlusswort hervorhob, ganz unter dem pädagogischen Grundsatz Hartmut von Hentigs
"Die Menschen stärken, die Sachen klären.", der auch im Leitbild des Zeppelin-Gymnasiums steht.
Bilder und Bericht: K. Walter
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